Ratgeber

RATGEBER/NEWSLETTER2009

“Erziehen heisst auch streiten dürfen!”

 

Was Eltern tun können

Mit dem Beginn der Pubertät ändert sich die Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Heranwachsende wollen mehr Selbständigkeit und Freiheit. Eltern müssen Grenzen setzen und Halt geben. Dieser Prozess geht oft mit Konflikten und allenfalls auch mit Abwertung der Eltern einher. Jugendliche provozieren oftmals so lange, bis sie Grenzen spüren oder Konsequenzen tragen müssen und dadurch wieder Klarheit erlangen. Wie viel Streit vermag eine Eltern-Kind -Beziehung auszuhalten? Viel! Wenn einige Punkte beachtet werden und die KInder nachher die Liebe und Anerkennung der Eltern auch wieder spüren und hören.

Welche elterlichen Verhaltensweisen helfen bei einem Streit?

  • Ich-Botschaften: Sagen Sie, was passiert ist, was Sie daran stört, was es in Ihnen für Gefühle auslöst.
  • Türöffner brauchen: Dem Kind zuhören, was es sagt.
  • Beziehen Sie sich nur auf die jetzige konkrete Situation. Keine Vergleiche mit Geschwistern oder Kollegen.
  • Unterscheiden Sie Tat und Täter: Nicht: “Du bist rücksichtslos!” (wertet die Person ab). Besser: ” Ich finde es rücksichtslos, wenn du uns so lange warten lässt!” (Das Verhalten ist nicht in Ordnung).
  • Gemeinsam eine Lösung suchen. Aushandeln braucht Zeit und spart auch Zeit, weil alle Beteiligten eher bereit sind, die gemeinsamen Beschlüsse einzuhalten. Doch: Es gibt Sachen, die nicht verhandelbar sind!
  • Wenn der Streit vorbei ist, bauen Sie wieder die Brücke zum Kind. Nur durch die Eltern können Kinder lernen, wie man Frieden schliesst.

Beitrag Verena Meyer, Eltern- und Erwachsenenbildung.

 

“Herumhängen”

..über Chatten, MSN, Handy, Gamen und andere Sorgenthemen von Eltern

Was können Eltern tun?

Die Nutzung des Internets ist heute ein wichtiger Bestandteil der jugendlichen Entwicklung. Auch Videospiele, Fernsehen und Handynutzung sind grundsätzlich positive Errungenschaften. Richtig eingesetzt fordern sie die Medienkompetenz und die Intelligenz von Kindern und Jugendlichen.

Beim Benutzen nicht altersgerechter Spiele und Websites, oder bei exzessivem Bildschirmkonsum sind jedoch erhebliche Schäden möglich. Es bestehen die Risiken von Uebergewicht (und Folgeschäden), Lernschwierigkeiten und gewalttätigem Verhalten.

Gewisse Schwierigkeiten, wie zu häufiger Chatgebrauch, laden zu teurer Inhalte (Klingeltöne/Bilder), sind jedoch auch einfach Phasen, die vorbei gehen und nicht gleich absoluter Verbote bedingen.

Als Eltern tragen Sie viel zum Lernen Ihrer Kinder bei, wenn Sie:

  • sich für die digitalen Erlebniswelten der Kinder interessieren.
  • mit ihnen die Spiele, Sendungen, Webistes und Chatgewohnheiten regelmässig besprechen.
  • mit ihnen die Nutzungszeiten ganz klar regeln.
  • mit ihnen über die Risiken sprechen.
  • mit ihnen die Sanktionen bei Regelverstössen klar festlegen.

Beitrag: Joachim Zahn, Fachstelle Jugend, Ref. Kirche Kanton Zürich
(im Auftrage der Jugenarbeit Lotten)

 

“Rauschtrinken an der Schulabschlussfeier”

Was können Eltern tun

In der Schweiz werden täglich 3-4 Jugendliche wegen übermässigem Konsum von Alkohol im Spital behandelt. Anfangs Juli findet in der Kreisschule Lotten die Schulabschlussfeier statt.
Diese endet bei Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen vermehrt mit Alkoholexzessen,
sogenanntem Rauschtrinken. Dazu mieten Schülerinnen beliebte Party-Orte in den Einwohnergemeinden.

Die meisten Alkoholexzesse geschehen im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Kollegenkreis, Gruppenzwang und die Betonung eines Lebensstils spielen dabei eine wichtige Rolle. Einem 16-jährigen Alkohol verbieten zu wollen, ist unrealistisch. Es bringt mehr, offen mit Ihrem Kind zu sprechen.

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Schulabschlussfeier
  • Besuchen Sie Ihr Kind an der Schulabschluss-Party
  • Regeln Sie die Ausgangszeit und den Heimweg im Vorfeld
  • Erarbeiten Sie gemeinsam Konsequenzen bei Regelverstössen und setzen Sie diese um

Mehr dazu finden Sie auf der Webseite: suchthilfe-ags.ch

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